jam"s Gästebuch, trag Dich ein!

Dienstag, 31. Juli 2007

Die Blase gibt einfach keine Ruhe...

Obwohl ich heute wirklich viel getrunken habe, plagt mich meine Blase wieder vermehrt Image Hosted by ImageShack.us
...auch die Einstichstelle des Cystofix sieht nicht wirklich schön aus, es wuchert und sieht aus, als würde das Loch immer grösser. Dafür sehen laut Spitex die Wunde und die Geschwüre immer besser aus. Aber das sagten sie bereits vor 4 Jahren...Image Hosted by ImageShack.us....egal, ich glaub's ihnen trotzdem!Image Hosted by ImageShack.us

Montag, 30. Juli 2007

...wie langweilig...!

Heute wurde ich gefragt, was ich denn so den ganzen Tag mache...Image Hosted by ImageShack.us...naja, eigentlich nichts, jedenfalls nichts Gescheites. Heute hat mich meine Blase wieder vermehrt geplagt, also war eh wieder nichts mit gross rumlaufen...Lesen ist auch nicht, dafür sitzen mir die 8 Narkosen der letzten Wochen noch zu sehr im Hirn. Da liegt höchstens was mit grossen Buchstaben und vielen Bildern drin...Image Hosted by ImageShack.us
Am Nachmittag habe ich wieder 2 Stunden geschlafen. Die Leute können sich das nicht so recht vorstellen, aber mein Leben ist tatsächlich von aussen gesehen, extrem langweilig. Ich komme ja nicht mal mehr aus dem Haus, bin schon froh, wenn ich mir mein Trinken selber holen kann und dafür nicht auch noch meine Mutter bemühen muss. Trotzdem langweile ich mich nicht. Naja, abends läuft halt der Fernseher vermehrt, aber was soll ich sonst alleine zuhause unternehmen? So hole ich mir ein bisschen Leben in die Bude...oder zumindest die Illusion davon...Ich töne bald schon wie eine frustrierte, verdörrte, alte, einsame Frau...Image Hosted by ImageShack.us...aber ich weiss, dass auch wieder andere Zeiten auf mich zukommen...irgendwann...irgendwie....Image Hosted by ImageShack.us

Sonntag, 29. Juli 2007

Endlich ein Schritt vorwärts!

Heute morgen bin ich erstmals seit langem erwacht ohne Angst!Image Hosted by ImageShack.usEs war nur noch eine leichte Nervosität da...und...meine Blase schmerzte plötzlich nicht mehr so schlimm. Das kam mir fast verdächtig vor...also stieg ich langsam und vorsichtig, wie jeden Morgen, aus dem Bett. Aber der Schmerz kam nicht! Wow, ein neues Lebensgefühl...ich konnte normal rumlaufen! Das nutzte ich gleich aus und war fast den ganzen Vormittag im Haus unterwegs...im Garten...bei meinem Vater in der Kellerwohnung, hab sogar beim Mittagessen mitgeholfen...also beim kochen jetztImage Hosted by ImageShack.us...
Am Nachmittag hatte ich dann nochmals einen Blasenkrampf, danach war aber wieder Ruhe. Ich habe mit dem Hund gespielt und mich ausgeruht. Inzwischen bin ich sogar dazu übergegangen, den Katheter auch mal abzuklemmen, dass sich die Blase auch mal wieder füllen kann, sonst schrumpft sie plötzlich wieder...geht es jetzt wirklich aufwärts mit mir?

Diese blöden Blasenkrämpfe!!!

Gestern abend kam ich nicht mehr dazu, zu schreiben. Ein Blasenkrampf jagte den nächsten...konnte mich gar nicht mehr bewegen...

Den ganzen Morgen hatte ich geschlafen, da ich am Nachmittag Besuch aus Bern erwartete. Sie kamen dann auch um 14.00 mit dem Zug. Die beiden frischgetrauten Turteltäubchen sind mitten in den Vorbereitungen zum Auswandern nach Israel. Nächstes Jahr geht's los, sobald sie pensioniert ist. Deswegen schätze ich ihre Besuche um so mehr...bals ist's fertig damit...buhuuuu!
Ich hatte den ganzen Tag zuwenig getrunken, es war mir Alles verleidet, essen brachte ich auch kaum runter und eben, die Blase schmerzte und fesselte mich wieder den ganzen Tag aufs Sofa. Dann liess ich mich zu einem Eis verführen in der gemütlichen Runde...das war wohl ein Fehler, denn am Abend ging's dann los mit den Blasenkrämpfen...mein Gott, ich dachte, meine Blase wird rausgedrückt!
Also hiess es Tee trinken! Ein Aufstehen ohne Krämpfe war nicht mehr möglich, sogar im Sitzen überfielen sie mich...natülich geschieht sowas, wie immer, Samstag abends....!

Freitag, 27. Juli 2007

Es harzt...

Naja, immerhin war ich heute mal wieder im Garten, mit zittrigen Beinen...ansonsten geht's nicht wirklich vorwärts...Blase schmerzt...Müdigkeit...und ich habe Mühe, mir vorzustellen, wie es sein könnte, wenn ich gesund wäre. Das gehört ja zum Visualisieren dazu, dass man sich wirklich hineinfühlt, wie man lebt, was man tut. Das fällt mir sehr schwer...es ist alles so weit weg und ich auf meinem Sofa, schwach, krank...Wie habe ich das bloss früher immer geschafft? Irgendwie ging es immer. Aber ich gebe nicht auf, nicht jetzt...auch wenn ich ungeduldig bin, das ist ja nichts Neues. Ich bleibe dran und versuch's weiter...

Donnerstag, 26. Juli 2007

Zart beseelt...

Ich hatte selten oder noch nie so viel Besuch, wie in letzter Zeit. Auch heute nahm sich jemand Zeit für mich. Eine Freundin aus alten Schulzeiten...eine zart beseelte, liebenswerte Frau mit einem grossen Herz. Da sie immer viel unterwegs ist, halten wir vor allem Kontakt per mail. Als sie mich vor ein paar Monaten fragte, ob es mir wieder gut gehe, ob alles ok sei, war ich etwas irritiert, denn auch sie hat meine Blog-Adresse. Zu dieser Zeit ging es mir gar nicht gut und ich war davon ausgegangen, dass wenn es sie wirklich interessiert, wie es mir geht, sie sich dann auf meinem Blog informieren, oder auf dem Laufenden halten würde. Also fragte ich, ob sie denn nicht meinen Blog lese...Ein paar Tage später kam die Antwort: Mein Blog macht sie so traurig, dass sie fast Angst hatte, rein zu gehen. Auf mein mail hin hatte sie sich jedoch überwunden und war nochmal reingegangen um zu lesen. Dabei waren ihr die Tränen nur so runtergelaufen...sie hatte es nicht mal ihrem Mann erzählen können und habe die ganze Nacht nicht schlafen können, weil sie nicht verstehen kann, dass ich so leiden muss.
Mir war nicht bewusst, dass mein Alltag, mein Leben für manche Leute nur schwer zu ertragen ist...und das nur schon beim lesen...Trotzdem, es ist mein Leben...ich muss es leben, ich habe nicht die Möglichkeit auszuweichen. Soll ich es jetzt unfair finden, dass sie für sich beschlossen hat, die Augen zu verschliessen...und mich somit ein Stück allein zu lassen...oder soll ich froh sein, dass sie trotzdem zu mir hält und mir anbietet, mich herumzuchauffieren, für mich zu kochen oder einzukaufen?
Ich habe nicht das Recht über Menschen zu urteilen, ich bin dankbar um jede Hilfe, die mir angeboten wird und die von Herzen kommt. Es berührt mich immer wieder, dass es Menschen gibt, denen ich am Herzen liege...auch in meinem miserablen Zustand. Das gibt mir Kraft, die ich dringend brauche. Ich freue mich auch über jeden einzelnen, der sich die Mühe nimmt, täglich oder regelmässig hier reinzuschauen, nur um zu sehen, wie's mir geht. Diese Resonanz freut mich ungemein. Auch wenn dies anscheinend manchmal etwas Mut erfordert...

Mittwoch, 25. Juli 2007

An meine Angehörigen und Freunde...

Heute morgen verschwand die Angst sogar, bevor die Spitex kam...ich spüre jetzt jeden Tag, wie langsam wieder Leben in meinen Körper zurück strömt...die Zeit des Zombie-Daseins mit leerem Blick ist bald vorbei. Nur schon dies zu spüren gibt mir Kraft und Mut, weiterzumachen. Ich bin so froh und erleichtert, dass dieser Alptraum bald vorbei ist...
Am Nachmittag hatte ich Besuch von einem lieben Schulfreund, meinem Banknachbar. Auch er hat einen Freund mit Morbus Crohn und erzählte mir, wie hilflos er sich oft vorkommt. Dabei bedeutet es für uns chronisch Kranke die Welt, wenn wir solche lieben Menschen um uns haben, die uns einfach immer wieder zeigen, dass sie für uns da sind, egal wie beschissen es uns geht, dass sie sich nicht abschrecken lassen von Depressionen, wenn man nicht imstande ist, das Telefon abzunehmen oder von Spitalaufenthalten. Solche wahren Freunde gibt es nicht viele, aber für mich sind das die wahren Helden, denn sie schaffen es immer wieder, egal, wie einen die Krankheit verändert, den wahren Menschen dahinter zu sehen, den Menschen, den man mal war. Jede Krankheit verändert einen, Schmerzen können aggressiv machen...dadurch lassen sie sich nicht abschrecken, denn sie haben das Verständnis dafür und geben uns so die Hoffnung, dass es wieder anders wird, besser. Und mit ihnen im Rücken sind wir stark, nur schon der Gedanke an unsere wahren Freunde und Angehörigen gibt uns Kraft. Deshalb, meine Lieben, ich verstehe Eure Hilflosigkeit aber es besteht kein Grund dafür, denn Ihr helft uns mit Eurer blossen Existenz, mit einem SMS, mail oder einem Telefonat...auch wenn wir nicht jedes Mal abnehmen...!
Deshalb hier mal ein grosses Dankeschön an meine Freunde und Angehörigen, die auch die letzten Tage und Wochen zu mir gestanden sind und sich nicht haben abschrecken lassen. Dank Euch habe ich heute wieder Hoffnung! Also klopft Euch selber auf die Schulter und freut Euch, dass Ihr so etwas mitbewirkt habt...und...NEIN...Ihr seid alles andere als hilflos...auch wenn es Euch so erscheint...

Über mich

Seit 1990 lebe ich mit der chronisch-entzündlichen Darmerkrankung Morbus Crohn. Monatelange Aufenthalte in verschiedenen Spitälern im In- und Ausland, viele Operationen, eigentlich jede mit Komplikationen, wurden Teil meines Alltages. 1998 dann die Anlage eines Ileostomas, das mir wenigstens im Darm zu mehr Ruhe verhalf. Januar 2003 die letzte grosse OP, unter anderem Rektumamputation und seither offene Wundhöhle mit allen dazugehörenden Folgen wie Infektionen, Hoffnungen und Schmerzen... Jeden Tag versuche ich aufs Neue mein Leben trotz allen Einschränkungen möglichst normal weiter zu führen. Oft ist es schwierig, alle dem etwas Positives abzugewinnen... aber ich gebe nicht auf, denn wer weiss schon, was das Leben für mich noch Schönes bereit hält?! Das will ich auf keinen Fall verpassen!