jam"s Gästebuch, trag Dich ein!

Samstag, 7. April 2007

Immer gleich übertreiben..

Hm, heute musste ich einfach raus... es geht doch nicht, dass ich hier drin versaure...! Also habe ich mal wieder eine Schmerz-Brausetablette aufgelöst und bin in den Garten. Naja, Garten kann man ja noch nicht wirklich sagen, er muss erst noch angelegt werden. Die Blumen mussten also in die Erde. Ohne Hilfe hätte ich das nicht geschafft, doch glücklicherweise hatte ich die nötige Unterstützung und mit vielen Pausen haben wir doch fast den ganzen Nachmittag draussen an der Sonne verbringen können. Uaaa... war das schööön!
Jetzt tut mir zwar die Wundhöhle extreeeem weh und ich habe wieder total Angst vor dem Klo-Gang, weil es wieder heftig ist. Zudem trinke ich viel zu wenig, das heisst... naja, es geht... aber die ganze Flüssigkeit geht übers Stoma ab und so bleibt für die Niere nur noch ein paar Tröpfchen übrig und die haben's in sich!!! Pure Säure...auaaaa!!!
Typisch ich, ich kann nicht einfach nur ein halbes Stündchen im Garten sein...nein, ich muss es wieder übertreiben! Hm, selber Schuld, kann ich da nur sagen. Aber meinem Gemüt hat's trotzdem gut getan! Jawoll!!

Freitag, 6. April 2007

Abwarten...

Auch heute wieder... endloses warten... die Tage scheinen mir momentan so leer, es ist ein aushalten ohne wirklichen Sinn. Heute abend wäre wieder ein Pflaster-Wechsel fällig gewesen, im Moment ist jedoch die Angst vor einer Abhängikeit, bzw. vor einem Entzug grösser als die Schmerzen. So lange ich liege, geht's noch, es ist nur wenn ich aufstehe, umhergehe, dann fühlt es sich an, als hätte ich einen schweren, brennend heissen Felsbrocken im Becken, der nächstens herausfällt, wenn ich mich nicht möglichst schnell wieder hinlege.
Dabei weiss ich doch, dass Bewegung wichtig ist, auch für mich. Heute war so schönes Wetter, Frühling liegt in der Luft, wie gerne hätte ich den Tag draussen verbracht, mit meinem Hund. Der Frühling hat seinen ganz eigenen Duft, wenn alles spriesst und zu neuem Leben erwacht, es ist meine Lieblingsjahreszeit. Sie steht für Neuanfang, Alles kommt frisch und neu aus der Erde, man freut sich auf die Farben und Gerüche, auf die Wärme, die Sonnenstrahlen, die Freude.
Irgendwie geht das Ganze auch dieses Jahr an mir vorbei. Ich bin so dankbar um meine Wohnung mit dem grossen Panorama-Fenster, es ist fast so, als sei man draussen. Aber eben nur fast.
Mein Ziel für heute ist, wenigstens eine Stunde für die Schule was zu machen...

Donnerstag, 5. April 2007

Frohe Ostern!

Mit meinem alljährlichen Lieblings-Osterhasen-Comic wünsche ich Allen frohe Ostern!!

Nun zu meinem Besuch im Krankenhaus heute morgen...
Also, nach einem ausführlichen Gespräch mit dem Infektiologen (der sich Zeit nahm und sehr nett war, obwohl er kein einziges Mal lächelte...) meinte er, dass er wohl nicht der richtige Ansprechpartner für mein momentanes Problem sei... Er empfahl mir, wieder mal einen Untersuch der Wundhöhle in Narkose durchführen zu lassen und/oder ein MRI, um einen Überblick über das Fistelsystem zu bekommen, und wie tief die ganze Sache momentan ist. Dafür wäre ein Gynäkologe oder Chirurg besser geeignet.
Damit ich doch nicht ganz umsonst gekommen war, erbarmte er sich und machte doch noch 2 oberflächliche Abstriche, vor allem mal zur Abklärung ob Herpes oder nicht... Zudem gab er mir noch ein Rezept von einem Virostatikum, das bis jetzt zwar nichts geholfen hatte, er aber totzdem fand, ich solle es weiter nehmen.
Bezüglich der OP meinte er noch, es sei üblich und habe auch seinen guten Grund, dass man solch infizierten Wunden trotz allem transplantieren würde, nur schon damit man mit dem neuen Muskel wieder eine bessere Durchblutung hinkriegt und somit die Infektion/Geschwürbildung vielleicht (ich liebe dieses Wort, vor allem in diesem Zusammenhang) besser in den Griff kriegt. Auch ist immer noch nicht klar, ob die Geschwüre im Intimbereich vom Crohn stammen oder von sonstwo.. hm, somit hat mich der heutige Tag nicht wirklich weiter gebracht ausser dass ich todmüde bin.
Die OP rückt somit wieder in greifbarere Nähe ... aber ich WILL doch, dass die Wunde ohne OP zugranuliert. Bei meinem Glück mit OP's... Aber ich fürchte, auch hier bringt mich mein Sturkopf nicht weiter.... Möööög!!
Danke an Alle, die so lieb an mich gedacht und Daumen gedrückt haben!! Ich bin so froh um Euren Rückhalt!

Mittwoch, 4. April 2007

Sinnloses sein

Habe ich schon erwähnt, dass ich gestern ein neues Durogesic appliziert habe? Und zwar nur die halbe Dosis, hab keine Lust auf einen späteren Entzug...
Heute bin ich wieder extrem müde, mein Vater hat mich zur Therapie gefahren, ich habe sowohl den Hin- wie auch den Rückweg verpennt... zudem ist mir schlecht und langsam kommt die Angst vor dem morgigen Untersuch.
So, wie ich es verstanden habe, wollen sie mir einige Hautbiopsien nehmen, das heisst dann wohl, dass sie mit dem Skalpell in meine ohnehin schon offene, extrem schmerzempfindliche Haut schneiden und danach mit 1 - 2 Stichen vernähen....hm, und das soll halten?
Meine Befürchtung ist einfach, dass es mir hinterher schlechter geht als jetzt, da nützt es mir ja auch nicht viel, wenn sie dann wissen, was genau ich habe...oder vielleicht doch? Ich bin total hin- und hergerissen und habe einfach einen riesen Schiss in der Hose...
Bitte drückt mir fest die Daumen morgen, ja? Mein Termin ist um 9.00 Uhr... Danke...

Dienstag, 3. April 2007

noch ein Tag geschafft...

Ich hab den gestrigen Tag irgendwie hinter mich gebracht...
Habe mich schon unwohl gefühlt, meine Wohnung verlassen zu müssen... meinen sicheren Bereich... in der Schule angekommen, habe ich dann nach einem Raum gefragt, wo ich mich hinlegen könnte, falls nötig, kein Problem. Somit hatte ich bereits wieder etwas mehr Sicherheit.
Die Schule ging los mit einem 1-stündigen Film, sehr interessant, über Sinnesorgane. Wenn mir nur nicht immer wieder die Augen zufielen, dann hätte ich auch etwas mitbekommen...
Irgendwie habe ich diese 6 Stunden Unterricht überstanden, zwischendurch sogar "aufnehmend"...
Aber, Mann war ich danach froh, wieder zuhause zu sein! Fix und fertig aber auch ein bisschen stolz auf mich selber...
Heute habe ich frei, ausruhen, schlafen, vielleicht etwas nachschreiben.
Von den Schmerzen geht es immer noch ohne ein weiteres Durogesic, jedenfalls ist der Grundschmerz einigermassen auszuhalten. Die Sache auf dem Klo... tja, nix Neues... tief einatmen... und aushalten...!
Danke fürs Daumen drücken..!

Montag, 2. April 2007

wackelig auf den Beinen

fühle mich heute extrem wackelig auf meinen Beinen. Schon beim Duschen heute morgen bekam ich wieder kalte Schweissausbrüche, Herzrasen und dachte, gleich haut's mich um.
Hat es aber nicht, zum Glück. Der Plan ist eigentlich, heute nachmittag in die Schule zu gehen, von 14.00 bis 21.00 und das werde ich auch versuchen. Ich esse heute einfach etwas früher und leg mich dann nochmals hin, bevor ich um 13.00 abgeholt werde.
Bin mal gespannt, was der Tag heute noch so bringt...drückt mir die Daumen....!

Sonntag, 1. April 2007

Kleiner Fortschritt?

Heute nacht auch wieder relativ gut geschlafen, einmal 2 Stunden und einmal sogar 3 Stunden...nicht schlecht! Ja, ich weiss, immer noch viel zu wenig... aber besser als nix...
Konnte mich sogar am Nachmittag dazu aufraffen, etwa 1 Stunde für die Schule zu lernen, somit hänge ich nur noch in der Pathologie hinten nach... und die Vorbereitung auf den Stoff von morgen muss ich auch vernachlässigen. Trotzdem freue ich mich über diesen kleinen Fortschritt! :-)
Ich spüre, wie die Wirkung des Morphium-Pflasters nachlässt, die 72 Stunden wären auch ziemlich genau JETZT vorbei und somit Zeit, ein Neues anzubringen. Dies werde ich aber erst morgen abend tun, sonst schlafe ich morgen in der Schule ein, falle vom Stuhl und brech mir noch das Genick... nein, da warte ich lieber noch! Für den Notfall habe ich ja noch die Co-Dafalgan Brausetabletten!
Pinkeln war heute wieder schlimmer...fühlt sich an wie Glasscherben oder Rasierklingen, die da raus kommen, es nimmt mir jedes Mal den Atem. Unglaublich, was man alles ertragen kann, wenn man keine Alternative hat. Ich habe mir schon oft gewünscht, vor Schmerzen in Ohnmacht zu fallen... aber nein... bei mir klappt das einfach nicht. Andere sehen ein bisschen Blut und schwupps... weg sind sie! hrmpf!

Über mich

Seit 1990 lebe ich mit der chronisch-entzündlichen Darmerkrankung Morbus Crohn. Monatelange Aufenthalte in verschiedenen Spitälern im In- und Ausland, viele Operationen, eigentlich jede mit Komplikationen, wurden Teil meines Alltages. 1998 dann die Anlage eines Ileostomas, das mir wenigstens im Darm zu mehr Ruhe verhalf. Januar 2003 die letzte grosse OP, unter anderem Rektumamputation und seither offene Wundhöhle mit allen dazugehörenden Folgen wie Infektionen, Hoffnungen und Schmerzen... Jeden Tag versuche ich aufs Neue mein Leben trotz allen Einschränkungen möglichst normal weiter zu führen. Oft ist es schwierig, alle dem etwas Positives abzugewinnen... aber ich gebe nicht auf, denn wer weiss schon, was das Leben für mich noch Schönes bereit hält?! Das will ich auf keinen Fall verpassen!